Trend 1: Dominanz der KI-Suche & AEO
Answer Engine Optimization (AEO) bezeichnet die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchsysteme, mit dem Ziel, als primäre Quelle in generierten Antworten (Zero-Click-Searches) zitiert zu werden
Google hat mit der Einführung der AI Overviews (basierend auf Gemini) bestätigt, dass die generative KI fester Bestandteil der SERPs (Search Engine Result Pages) bleibt. LLMs (Large Language Models) „lesen“ keine Keywords wie klassische Crawler. Sie analysieren Fakten, Zusammenhänge und semantische Nähe. Inhalte müssen so strukturiert sein, dass eine Maschine sie als Fakt extrahieren kann. Unstrukturierte Textwüsten werden ignoriert.
Im Google Search Central Blog betont Google, dass KI-generierte Antworten Inhalte bevorzugen, die „Information Gain“ (neue Informationen) bieten und nicht nur bestehenden Konsens wiederholen.
Handlungsempfehlung:
Strukturieren Sie Inhalte nach dem „Inverted Pyramid“ Prinzip: Die direkte Antwort (Definition) steht im ersten Satz. Nutzen Sie HTML-Listen und Datentabellen, um Fakten maschinenlesbar zu machen.
Inhalte müssen „Information Gain“ (Informationsgewinn) bieten. Google bevorzugt Inhalte, die dem Knowledge Graph neue Datenpunkte hinzufügen, statt bestehende nur umzuformulieren.
Trend 2: E-E-A-T mit Fokus auf „Experience“
Google kämpft gegen generische KI-Inhalte, indem der Faktor „menschliche Erfahrung“ massiv aufgewertet wird.
Im Dezember 2022 fügte Google das „E“ für Experience zu E-A-T hinzu. Algorithmen (wie das „Hidden Gems“ Update) priorisieren nun Inhalte, die beweisen, dass der Autor das Produkt tatsächlich genutzt oder den Ort besucht hat. Google Algorithmen suchen gezielt nach Inhalten in Foren, persönlichen Blogs und Videos, die authentische Erlebnisse schildern, da KIs diese (noch) nicht glaubhaft fälschen können.
Die Quality Rater Guidelines (Abschnitt 3.4) weisen Bewerter an, Inhalte niedriger einzustufen, wenn sie Erfahrung suggerieren, aber offensichtlich generisch erstellt wurden.
Handlungsempfehlung:
Integrieren Sie Autorenboxen mit Klarnamen, nutzen Sie die „Ich-Perspektive“, binden Sie eigene Fotos/Videos ein und vermeiden Sie generische Stock-Fotos.
Weiterführend: Das N-E-E-A-T Prinzip. Warum Qualität (E-E-A-T) ohne Bekanntheit (Notability) nicht ausreicht.
Trend 3: Topical Authority (Themen statt Keywords)
Google bewegt sich weg von isolierten Keywords hin zu semantischen Themen-Clustern und hat offiziell bestätigt, dass ein System namens „Topic Authority“ existiert.
Topical Authority beschreibt den Grad der Expertise, den eine gesamte Website zu einem übergeordneten Themengebiet besitzt. Google bevorzugt spezialisierte Domains gegenüber Generalisten. Das Ranking einzelner Keywords hängt zunehmend von der Autorität der gesamten Domain im jeweiligen Themen-Cluster ab. Google nutzt Vektor-Räume, um zu verstehen, ob eine Marke (Entität) fest mit einem Thema verknüpft ist.
„Generalisten-Seiten“ verlieren gegen „Spezialisten-Seiten“. Um für ein Keyword zu ranken, muss die gesamte Domain eine hohe Abdeckung des übergeordneten Themas (Entities) aufweisen.
Handlungsempfehlung:
Erstellen Sie „Pillar Pages“, die ein Thema umfassend behandeln, und verlinken Sie Cluster-Content (Detail-Artikel) intern stark, um semantische Zusammenhänge für den Crawler sichtbar zu machen.
Google Search Central Blog (Mai 2023): „Understanding news topic authority“.
Trend 4: Multimodale Suche & Video-First
Die Google Suche wird visuell. Durch Technologien wie Google Lens und „Circle to Search“ werden Bilder und Videos zu primären Eingabemethoden. Modelle wie Gemini sind nativ multimodal. Sie verstehen Videoinhalte, Audio und Bilder ohne Text-Metadaten.
Ein Video ist nicht mehr nur „Content“, es ist eine Datenquelle. Google indexiert gesprochene Worte in Videos und zeigt den exakten Zeitstempel als Suchergebnis an. Google erkennt Produkte und Orte in Bildern und verknüpft sie mit dem Shopping Graph.
Handlungsempfehlung:
Nutzen Sie Video-Schema-Markup (VideoObject), stellen Sie Transkripte bereit und optimieren Sie Bilder nicht nur per Alt-Tag, sondern durch hohe Auflösung und Kontext-Relevanz für Google Lens.
Google Research zu „Gemini“ (nativ multimodal) & Google Lens Dokumentation („Circle to Search“).
Trend 5: Technische Exzellenz (INP statt FID)
Die technische Basis bleibt entscheidend, die Metriken werden strenger. Google hat FID (First Input Delay) durch INP (Interaction to Next Paint) ersetzt. INP misst die Reaktionsfähigkeit der Seite auf alle Nutzerinteraktionen (Klicks, Taps, Tastatureingaben) während der gesamten Sitzung, nicht nur beim Laden.
Implikation:
Seiten, die durch schwere JavaScript-Ausführung (oft durch Tracking-Pixel oder Werbung) verzögert reagieren, werden im Ranking abgestraft.
Trend 6. Kampf gegen „Scaled Content Abuse“ (KI-Spam)
Google geht aggressiv gegen massenhaft erstellte Inhalte vor, die primär für Rankings und nicht für Nutzer gemacht sind.
Die Richtlinie gegen „Scaled Content Abuse“ zielt auf Methoden ab, bei denen viele Seiten generiert werden (egal ob durch KI oder Menschen), um Suchanfragen zu manipulieren, ohne Mehrwert zu bieten.
Die Implikation:
Programmatic SEO und reine KI-Content-Farmen sind extrem risikobehaftet. Der Fokus muss auf „People-First Content“ liegen, der redaktionell kuratiert und veredelt ist.
Google Search Central Blog: „New spam policies for Google Search“.
Die Strategie für 2026
Basierend auf diesen Google-Quellen ist die SEO-Strategie für 2025/2026 nicht mehr „Keyword-Optimierung“, sondern „Entity & Authority Optimization“.
- Struktur: Daten müssen für KIs lesbar sein (Schema Markup).
- Inhalt: Menschlich authentisch und Erfahrung (Experience) beweisen.
- Technik: Muss auf INP (Reaktionszeit) optimiert sein.
- Format: Muss multimodal (Text + Video + Bild) sein.
Quellen
Google I/O Keynotes („Let Google do the searching for you“)
Google Search Quality Rater Guidelines (Abschnitt 3.4)
Google Search Central: „Creating helpful, reliable, people-first content“.
